Dieter Wieland!

Wer als Zuzogner in Bayern (und das sind ja nicht eben wenige) noch nie etwas von Dieter Wieland gehört haben sollte, dem sei unbedingt die Mediathek des Bayerischen Rundfunk ans Herz gelegt! Der Filmemacher, Journalist und Autor Dieter Wieland, 1937 geboren, ist hier eine Gallionsfigur in Sachen Denkmal- und Umweltschutz, bekannt und zumeist beliebt, von der Hausfrau bis hin zum Universitätsprofessor. Wieland dokumentierte die zerstörerischen landschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen in den 60er bis 80er Jahren in Bayern so kritisch, detailliert und ausdauernd wie kein zweiter. Den Kampf gegen einen blinden Modernisierungswahn machte er als einer der ersten zu seinem Lebensthema.

Und er kämpft bis heute mit seinen Mitteln, dem Filmen, Schreiben und Sprechen. Er ist Mahner, Held, Rufer in der Wüste, Wanderprediger, Augenöffner, Aufklärer, Mahner, Vorbild. 

Geboren in Berlin, aufgewachsen in Landshut, gerät Wieland nach dem Studium der Bayerischen Landesgeschichte, Neueren Geschichte und Kunstgeschichte u.a. bei Prof. Hans Sedlmayr in München zum Fernsehen. Ein Zufall? Ein Glücksfall!

In seinen Filmen werden Dörfer, Landschaften und architektonische Einzelthemen wie z.B. Zäune, Türen, Gärten, Dächer und Dorflinden ausführlich gezeigt, wie sie einmal waren, was aus ihnen wurde. Diese Sendereihen wurden zum Bildungsfernsehen im besten Sinne, sie schärften das Sehen und damit das Bewusstsein. Das hatte Wieland immer beabsichtigt: ein Bewusstsein schaffen, besser noch eine Liebe wecken in den Zuschauern, Hörern und Lesern für die große Qualität gewachsener historischer Strukturen und Bauweisen, regionaler Pflanzen und Materialien - statt dem billigen Einerlei autogerechter Einfamilenhaussiedlungen, die damals um die Dörfer herum errichtet wurden - und immer noch werden. 

All das wird so beschwörend ruhig, langsam und schlicht erzählt. Die Bildsprache - und qualität ist dabei Kind ihrer Zeit, erzählt also inzwischen selbst eine gewisse Geschichte. Lange Einstellungen, zahlreiche Detailaufnahmen und die Stimme Dieter Wielands verschmelzen zu einem eindringlichen Appell. Das Wort Heimat fällt dabei nicht einmal. Es geht um mehr.