Cagliari, Sardinien, Juni 2016

Man sollte sich ihr von Norden nähern.

Was aussieht wie ein einladender Pavillon am äußersten südlichen Ende der Freiterrasse, ist in Wahrheit die gebaute Überhöhung einer beeindruckenden Treppenanlage, die den großen Höhenunterschied zwischen der Terrazza Umberto I. und der darunterliegenden Piazza Costituzione überwindet.

Völlig überraschend öffnet sich bei der Annäherung ein ovaler Schlund inmitten der Terrasse. Die eben noch erreichbar gewähnte Stadtloggia wird unerreichbar, getrennt durch die Kaskade der doppelläufigen Freitreppen, die sich winden, drehen, und dabei von der makellosen, palmenbestandenen Ebene der Terrazza hinabfallen, in die dem Felsen entrissene Ausschabung tauchen, durch die Felswand führen, in eine Öffnung, die als großartiges Portal ausgebildet ist und sich vor der Kalksteinbastion in nun barocker Eleganz auf die quirlige Piazza stürzen.

Das als Stadtloggia identifizierte Bauteil war also der durch die Terrazza gestoßene, überhöhte Portalbogen.

Die Bastione di Saint Rémy. Ein grandioser Moment von Architektur und Bewegung, Maßstab und Schönheit. Eine spektakuläre Inszenierung, unerwartet, unvorbereitet, unbegleitet.