Diese Aufnahme auf einer Reise von Markus Stenger im Frühjahr 2017 in Asmara. Derzeit ist eine S2LAB - Publikation dazu in Vorbereitung.

Asmara ist jetzt UNESCO WELTKULTURERBE-STADT

GRATULATION!!! Auf der 41. Weltkulturerbesitzung in Krakau wurde beschlossen, Asmara in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufzunehmen! 

Asmara: Modernistische Stadt Afrikas (Eritrea)

Die 2.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegene eritreische Hauptstadt entwickelte sich ab den 1890er Jahren aus einem militärischen Vorposten der italienischen Kolonialmacht. Von 1935 an wurde in der Stadt ein umfassendes Bauprogramm im italienischen Stil dieser Zeit umgesetzt. So wurden Regierungs-, Wohn- und Geschäftsgebäude, Kirchen, Synagogen, Moscheen, Kinos, Hotels und weitere Bauten errichtet. Die Stätte umfasst das von den verschiedenen Phasen der Stadtentwicklung zwischen 1893 und 1941 betroffene Gebiet sowie die ursprünglichen, nicht nach städtebaulichen Plänen entwickelten Viertel Arbate Asmera und Abbashawel. Asmara ist ein außergewöhnliches Zeugnis des Städtebaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dessen Umsetzung im afrikanischen Kontext. Es ist die erste Welterbestätte Eritreas."... Asmara ist ein außergewöhnliches Zeugnis des Städtebaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dessen Umsetzung im afrikanischen Kontext. Es ist die erste Welterbestätte Eritreas.

Mit diesem Titel kann Asmaras architektonisches Erbe dokumentiert und geschützt werden. Obwohl die meisten Gebäude in ihrer Substanz noch überraschend gut erhalten sind, können nun auch notwendige Sanierungen mit fachlicher und finanzieller Unterstützung stattfinden. Eine solche Auszeichnung stellt natürlich auch eine großartige touristische Attraktion dar. Für das von Kriegen, Unterdrückung und wirtschaftlichen Problemen gebeutelte Land, bedeutet dies eine große Chance.

Aufgrund der politischen Situation lag Eritreas (bauliche) Entwicklung jahrzehntelang brach. Doch seit Ende der Kampfhandlungen Ende der 90er Jahre werden in Asmara Strategien zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des historischen Stadtkernes entwickelt und vorangetrieben. Man hatte erkannt, dass Neubauprojekte sich in diesen einzigartigen Bestand einfügen müssen, um dessen Einzigartigkeit nicht zu zerstören. Diese Bemühungen werden jetzt mit der Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste belohnt.

Wenn man bedenkt, dass Deutschland aktuell mit 42 Erbestätten vertreten ist, wurde es höchste Zeit, einen solchen Schatz in einem afrikanischen Land zu honorieren. 

Architektur in Asmara: Ein Juwel der Moderne von Johannes Dieterich, Stuttgarter Zeitung 11.1.2016

Deutsches Architekturmuseum Frankfurt/Main (DAM): ASMARA. Afrikas heimliche Hauptstadt der Moderne9. Februar – 15. April 2007