Kukulcán Pyramide in Chichén Itzá, Maya-Stadt auf ca. 1500 Hektar, die zwischen 8. bis 11. Jhd. n.Chr. eine bedeutende Rolle spielte, seit 1988 UNESCO-Weltkuklturerbestätte,

Ballspielplatz in Chichén Itzá,

schnurgerade Straßen führen durch den dichten Urwald

Palenque, eine der bekanntesten und am leichtesten zugänglichen Maya-Städte an der Grenze von Sumpf und Bergen

Palenque, Tempel der Inschriften, in drei Bauphasen übereinander errichtet, enthält bedeutende Grabkammer

Palenque

Palenque, Hügeltempel

Uxmal, Maya-Stadt mit fünfzehn Gebäudegruppen

Uxmal, Tempel des Wahrsagers

Uxmal, Tempel des Wahrsagers, Seitenansicht, deutlich sichtbare Überbauung von Vorgängertempeln

Uxmal

Uxmal

Uxmal, ehemaliger Seiteneingang

Uxmal

Uxmal, Palast des Gouverneurs

Rätsel über Rätsel

Nicht nur in München ist vieles rätselhaft und unverständlich. Unserer Kollegin genügt das aber nicht, sie begibt sich in ihrer Freizeit gerne in noch viel rätselhaftere Gefilde: Wenn man die Stadtanlagen und Tempel der Maya-Kultur in Mexiko besucht, sind das ganz neue Dimensionen von Rätselhaftigkeit!

Jedenfalls faszinieren die Bilder, die sie mitgebracht hat von den Überresten der Architektur der Maya, errichtet zwischen 400 und 1500 n.Chr. inmitten schwer zugänglicher Regenwälder. Heute gelangt man ganz einfach mit dem Auto über schnurgerade Schneisen durch den Dschungel zu den historischen Stadt- und Tempelanlagen.

Dass die Maya zehn Meter breite Straße bauten, unglaublich präzise Kalender, Bewässerungssysteme und die Ziffer "Null" kannten, aber weder das Rad, noch Zug- oder Lastentiere und auch keine Gewichte oder Maße, ist rätselhaft. Dass man wenig über die Kultur weiß, liegt aber vor allem an den spanischen Eroberern, die im 16. Jahrhundert in ihrem religiösen Wahn die Kulturzeugnisse der Maya wie Schriftrollen, Bilder und Altäre zerstörten.

Die sehr bildhafte Schrift der Maya, eine Kombination aus Silben und Symbolen konnte erst ab den 1950er Jahren teilweise entschlüsselt werden; der genaue Zweck vieler der Bauwerke bleibt dagegen bis heute rätselhaft. Und die große Frage nach dem abrupten Ende dieser Kultur im 9. Jahrhundert n. Chr., ist ebenso ungeklärt.

Die Amateur-Archäologen des 19. Jahrhunderts aus den USA, aus Frankreich, England und Deutschland - Reiseschriftsteller, Entdecker, Pioniere und wie sich sonst noch nannten - legten die Tempelstädte von der Vegetation im Urwald frei, zeichneten, fotografierten und beschrieben diese geheimnisvollen Orte voller Enthusiasmus. Und auch wenn unter ihren Deutungsansätzen falsche Vermutungen und Irrtümer aufkamen und sie mitunter "archäologische Todsünden" begingen, trugen diese Männer Stück für Stück zur Entschlüsselung bei. Die überaus detailreichen Zeichnungen eines John Lloyd Stephens (1805 - 1852) oder die Fotos von Teobert Maler (1842 - 1917) zeigen Stuckplastiken, die in der Zwischenzeit bereits zu Staub zerfallen sind. Sie sind wertvolle Zeugnisse sowohl der Maya-Kultur als auch der Geschichte ihrer Wiederentdeckungen im 19. Jahrhundert.

 

Fotos © Anita Neif

 

Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795, 5. Buch, 2. Kapitel

Pierre Ivanoff: Monumente großer Kulturen. Maya, Ebeling Verlag: Wiesbaden, 1978

Carlos Rincon (Hrg.): Diego de Landa. Bericht aus Yucatán, Reclam Verlag: Stuttgart, 2007

John L. Stephens: Incidents of Travel in Yucatan, In Two Volumes, Dover Publications: New York 1963