OOK

Dieses Buch kann nur wärmstens empfohlen werden: Für Münchner und Architekten und für Münchner Architekten!

Der Münchner Architekt Otho Orlando Kurz (1881 - 1933) lebte und arbeitete in einer Zeit der großen Brüche, politisch wie ästhetisch. Seine Architektur spiegelt den Übergang von eher traditionellen Bauformen wie sie im 19. Jahrhundert an den Akademien gelehrt wurden und dem Heimatstil bis hin zu einer (Münchner Variante der) Neuen Sachlichkeit in den 1930er Jahren.

Kurz errichte neben Kirchen und Kraftwerken vor allem zahlreiche Wohngebäude in München, die im kollektiven Münchner Gedächtnis verankert sind wie z.B. der sogenannte Amerikanerblock in Neuhausen. Besonders auf die Fassadengestaltung und das Zusammenspiel von Baukörpern und städtischem Raum legte Kurz viel Wert. Dies ist auch aus heutiger Sicht von großem Interesse. Durch Vorsprünge, Rücksprünge, Balkone und Loggien, zugeschnitten auf die jeweilige konkrete Situation, formulierte er zeitlose, anregende Räume.

Mit großer Akribie, ausführlicher Dokumentation der Wohnbauten und wunderschöner Aufmachung ist dieses Buch die erste Monographie von Julian Wagner und Sebastian Multerer über OOK und gleichzeitig eine Geschichte des Münchner Wohnungsbaus, die zu Stadtspaziergängen auf den Spuren von Kurz einlädt.

 

 

Sebastian Multerer und Julian Wagner: Ortho Orlando Kurz, Zürich: Park Books, 2017