Heimaterde

Die vierte und für dieses Jahr letzte s2lab Publikation ist jetzt auch eingetroffen:

Mit "Heimaterde" beschreibt Markus Stenger seine Erfahrungen einer Kindheit und Jugend in Niederbayern - gnadenlos ehrlich, aber nicht ohne Humor. Von Opa Georg bis zur Schulzeit in Vilsbiburg ist alles dabei und das romantische Bild vom glücklichen Leben auf dem Lande bekommt so einige Kratzer.

 

Der Boden meiner Heimat macht melancholisch, trübe. Ganz schlimm wird es im Spätherbst und Frühjahr, wenn der Nebel aus den kleinen Bächen und Flüssen hochkriecht, unter die Kleider kriecht, in Fetzen unter die Haut kriecht, kalt wird am Nacken, am Hals, an den Ohrwascheln. Wenn ich dort bin, stehe ich auf diesem organischen Brei, dem Humus, und ich spüre, wie mit dem Nebel die Erde, diese feuchte, schwarze, heimatliche Erde, diese Vorstufe zur Graberde, hochkriecht. Ich spüre, wie der Humus zum Homunkulus wird und nach mir greift.

 

 

Markus Stenger: Heimaterde

publiziert von von S2LAB. Denkraum für Architektur

1. Auflage, Softcover, 14,6 x 21 cm, 60 Seiten mit 14 sw Abbildungen