Zach Klein (Ed.): Cabin Porn. Inspiration For Your Quiet Place Somewhere, 2015

Handgmachte kleine Häuser

Ein hübsches Fundstück aus der Bibliothek: "Woodstock Handmade Houses" aus dem Jahr 1976. Und eine inspirierende Dokumentation selbstgebauter Häuser oder Hütten, umgenutzter Busse und Kirchen für Hippies und Aussteiger.

Die zahlreichen, vorwiegend englischsprachigen, Publikationen, die im letzten Jahrzehnt über sogenannten Hide-Aways, Shelter, Cabins erschienen sind, zeugen von einer vielerorts (wieder?) zu spürenden Sehnsucht nach Entschleunigung und "echten" Erfahrungen.

Zivilisationsmüdigkeit, Hektik in den Städten und die Sehnsucht nach dem einfachen Tun oder eben Nichts-Tun, locken die Menschen hinaus an Seen, in Wälder und in die Berge. Dort mit den eigenen Händen ein Haus oder wenigstens Häuschen zu errichten ist dann eben der absolute Gipfel der Self-Made Kultur. Luxus ist es, ohne Strom und fließend Wasser zu leben.

In Amerika, Canada, aber auch in Asien und Australien gibt es eine gewisse Tradition, seine eigene Hütte in der Wildnis, an einem besonderen Ort aufzustellen oder vorhandene Unterkünfte umzunutzen, um Natur, Gemeinschaft, Ruhe und Einfachheit zu genießen - zumeist jedoch nur temporär, am Wochenende oder in den Ferien.

Dass dieses Phänomen in Mitteleuropa nicht derart verbreitet ist, mag unter anderem am der Dichte der Besiedlung hier liegen. Zumindest in Nord-Osteuropa aber ist die Kultur der einfachen Ferien aber verbreitet: In Finnland ist es das Mökki, in Schweden die Stuga, in Norwegen die Hytta, in Russland die Datscha und in Tschechien die Chata. Wer Inspiration sucht für ein solches Vorhaben in Deutschland kann sich über zahlreiche Bücher und im Internet anregen lassen, z.B. auf der Homepage CABIN PORN.

 

Robert Haney & David Ballantine: Woodstock Handmade Houses, 1974 Random

Zach Klein (Ed.): Cabin Porn. Inspiration for Your Quiet Place Somewhere, 2015 Little, Brown and Company