Fledermausquartier

Das Thema Tiere und Naturschutz begleitet überraschend viele Bauvorhaben, auch in der Stadt. Bisher hatten wir es schon mit Turmfalken und Eidechsen zu tun. Mit einer Mopsfledermaus durften wir im letzten Jahr Bekanntschaft machen.

Barbastella barbastellens, eine mittelgroße Fledermausart mit eingedrückter Nase, kleinem Mund, etwa 5 cm groß und 10 Gramm leicht, hat sich in den alten Tunneln am ehemaligen Heizwerk Aubing ein Winterquartier eingerichtet. Eine kleine Sensation, denn die Mopsfledermaus ist vom Aussterben bedroht. Ein Winterquartier der Flugtiere wurde somit erstmalig im Münchner Stadtgebiet nachgewiesen. In schmalen Spalten verbringen die gegenwärtig vier Tiere dort die kalte Jahreszeit. 

Gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten Ohnes & Schwahn, Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen und in enger Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung wurde ein Konzept entwickelt, um die Tiere in einen eigens für sie optimierten Bereich zu locken und sie frühzeitig an die beiden neu errichteten Ersatz-Einflugwege zu gewöhnen. Ein großer Holzkasten und ein Betontrichter ermöglichen es den Tieren, weiterhin ihr Winterquartier zu besuchen, ohne das eigentliche Gebäude durchfliegen zu müssen. Eine Videodokumentation vom Oktober 2017 beweist, dass die Mopsfledermäuse die neuen Tore bereitwillig passieren.

Diese Bemühungen wurden jetzt vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) als "Ausgezeichneter Artenschutz" geehrt. 

 

 

Weitere Informationen zum Artenschutz am Heizwerk Aubing von Landschaftsarchitektur Matthias Ohnes, Ohnes & Schwahn (pdf)