Mimese

Eine Doppelhaushälfte in München-Bogenhausen. Dort wo sich Stadt und Peripherie die Hand reichen.

Baurecht und Typologie: Das Nebeneinander von freistehenden Mehrfamilienhäusern und an der Grundstücksgrenze verschweißten Reihenhäusern. Die den Häuschen im Laufe der Zeit und auf unterschiedliche Weise hinzugefügten Anbauten definieren die Größe der Zwischenräume. Der Entwurf des Neubaus berücksichtigt dieses sich ergebende "negative" Volumen, fügt sich ein.

Das Fazit der analogen Betrachtung: Die Gestaltung wird hier nicht expressiv oder phantastisch sein können. Der Entwurf folgt vielmehr der Logik der Mimese. Unter der Maxime der konkreten Anpassung wird aus dem Gewöhnlichen oder Zufälligen etwas Wohlüberlegtes und Exklusives.

Der große Wohnbereich im Inneren des Hauses windet sich nach oben und mündet in einer zauberhaften Dachterrasse. In der ungeordneten Vorstadtsiedlung entsteht dort ein besonderer Ort, ein Aussichtspunkt für eine vor-städtische Perspektive.

„Wir sind in der Epoche des Simultanen, wir sind in der Epoche der Juxtaposition, in der Epoche des Nahen und des Fernen, des Nebeneinander, des Auseinander.“

Foucault (1967)

(jr, jb)