Bauvorhaben Maibaum

Das Aufstellen des Maibaums ist bereits im 12. Jahrhundert belegt und besonders seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts gern gepflegter Brauch in bayerischen Gemeinden und Städten. Die genau Herkunft dieser Tradition ist jedoch unklar.

Nach einer Prozession durchs Dorf wird der Maibaum möglichst allein durch Manneskraft mit langen Hebestöcken ("Schwabeln") auf einem zentralen Platz aufgestellt. Der Maibaum soll gerade und so hoch wie möglich sein. Mit seinem blau-weiß gestreiftem Stamm symbolisiert er einerseits seit Max I. Joseph die Loyalität der Bürger zum Bayerischen Staat und andererseits Kraft, Gesundheit und den guten Zusammenhalt der Gemeinde. Er ist ein selbstbewußtes Zeichen, ein Bejahen und Bekräftigen der eigenen Existenz, verbunden mit einem Verweis nach oben, himmelwärts.

Geschnitzte Wappen und Zunftzeichen ("Taferln"), teilweise mit Figuren und Sprüchen verziert, verweisen stolz auf die ansässigen Handwerksbetriebe mit ihren jeweiligen Werkzeugen und Attributen, aber auch Besonderheiten und Traditionen der Gegend wie Sportvereine oder Denkmäler. 

Einen eigenen Maibaum zu besitzen, war ein lang gehegter Wunsch des Bauherrn. Anläßlich seines Geburtstages und der feierlichen Übergabe des Hauses, entwarfen wir zunächst nur eine Halterung und schließlich den ganzen Maibaum mitsamt lasergeschnittener Edelstahl-Taferln selbst.

Die Familie des Bauherrn stellt das Dorf, die Gemeinschaft dar, die Zunftzeichen symbolysieren die am Bau Beteiligten (Planer, Rohbauer und Ausbauer) und die Besonderheiten und Interessen der Familie. Hunde und Pferde, Musik, die Leidenschaft für Bergsport und die "Formel 1" und der nahegelegene Starnberger See charakterisieren diese.

Die Hauseigentümer möchten sichtbar sein, sich darstellen - und sie kommunizieren Privates nach außen. Jeder Besucher nimmt zunächst entlang des längeren Weges zum Haus diesen Maibaum wahr und kann die Familie ein kennenlernen.

Es zeigen sich ein starkes Selbstbewußtsein und der Wille, Traditionen zu begründen und zu pflegen. Das neue Haus wird eingebunden in seinen (bayerischen) Kontext.

 

(jb)