Buchempfehlung: Stampflehm für Skeptiker

Geschenk gesucht für Architekten, Historiker, Bauingenieure, Haustechniker oder Materialforscher? Hier eine Buchempfehlung: 

"Pisé - Stampflehm. Tradition und Potentiale" ist ein schön gemachtes, überraschendes und überaus informatives Buch zum aktuellen Stand des Lehmbaus in Mitteleuropa. Zahlreiche Beiträge von Fachleuten beleuchten den Stampflehm von allen Seiten und bescheinigen ihm großes Potenzial. Das Bauen mit Lehm bietet ausgezeichnete bauphysikalische Eigenschaften, ist lokal verfügbar, schadstofffrei, kostengünstig und ökologisch vorteilhaft. Räumlich-ästhetisch können mit Lehmbau innovative Projekte entstehen, denn dessen Materialeigenschaften ermöglichen neue Konstruktionen, Räume und Oberflächen.

Spannend sind sowohl die historischen Untersuchungen als auch aktuelle Forschungen und Experimente, z.B. an der EPFL Lausanne. Realisierte zeitgenössische Architektur mit Stampflehm wie das Ricola Kräuterzentrum von Herzog & de Meuron überzeugen dann womöglich letzte Skeptiker und Skeptikerinnen des traditionellen Baustoffes. Hier wurde lokal gewonnener Lehm zu vorgefertigten Stampflehmelementen verarbeitet, die mit Lehmmörtel verbunden und an einem Stahlbetonskelett verankert sind. 

 

Roger Boltshauser, Cyril Veillon, Nadja Maillard (Hrsg.): Pisé. Stampflehm – Tradition und Potenzial
304 Seiten, 400 Abbildungen, 22 × 30 cm, Fadenheftung mit lose umgelegtem Klappenumschlag, Zürich: Triest Verlag 2019